Zum ersten Spieltag der Schwabenliga I hatte unsere 1. Mannschaft mit den frisch verstärkten Meringern direkt einen echten Brocken vor der Brust. Doch unsere für diese Liga extrem junge Truppe – die Bretter 4 bis 8 waren mit Spielern zwischen 16 und 24 Jahren besetzt – war hungrig und wollte den Gastgebern keine leichten Punkte schenken. Das zeigte sich auch im extrem spannenden Spielverlauf.

An Brett 4 hatte Marvin den kürzesten Arbeitstag. Nachdem sehr viel Material abgetauscht wurde, bot er seinem Gegner in komfortabler Stellung Remis an, was dieser nach kurzem Nachdenken auch annahm. (0,5:0,5)
An Brett 1 spielte Toni gegen den starken Meringer Neuzugang. Er erspielte sich aus der Eröffnung heraus eine sehr gute Stellung, was ihn jedoch viel Bedenkzeit kostete. In der Folge musste er sich schließlich mit einem Remis zufrieden geben. (1:1)
Den ersten Rückschlag musste Debütant Martin an Brett 8 hinnehmen. In einem ausgeglichenen Endspiel verzockte er sich leider, ließ seinen Gegner zunächst einen Bauern gewinnen und tauschte dann noch alle verbliebenen Figuren ab. Das resultierende Bauernendspiel war leider klar verloren. (1:2)
Die nächste unglückliche Wendung folgte wenig später: Unser Jugendspieler Jeremy konnte seinen Gegner an Brett 7 aus der Eröffnung heraus regelrecht überrollen. Er opferte eine Qualität, hielt den gegnerischen König stark unter Druck und gewann in der Folge sogar eine Figur. Leider übersah er eine taktische Finesse, durch die sein Gegner Material zurückgewinnen und in ein Endspiel mit zwei Türmen und Mehrbauern gegen Jeremys Dame abwickeln konnte. Wenig später musste Jeremy aufgeben – sehr schade, da war deutlich mehr drin! (1:3)
Als Nächster war der dritte Debütant, Simon, fertig. Mit seinem Unentschieden war er allerdings alles andere als glücklich: In einer dominanten Stellung mit Mehrbauer entging ihm eine Dauerschach-Idee seines Gegners, die er nicht mehr verhindern konnte. (1,5:3,5)

Der Erste, der mit einem Grinsen aus dem Turniersaal kam, war
Max. Er hatte in der Eröffnung einen Bauern geopfert und stand
dafür positionell extrem dominant. Als sein Gegner nach der
Zeitkontrolle in ohnehin aussichtsloser Stellung noch einen
glatten Turm einstellte, blieb diesem nur noch die Aufgabe.
(2,5:3,5)
Damit liefen nur noch zwei Partien an den Brettern 2 und 3. Nikolai kämpfte mit einem Bauern weniger in einem ungleichfarbigen Läuferendspiel, während Wolfgang versuchte, sein Endspiel mit einer Qualität mehr gegen den starken Norbert Krug in einen vollen Punkt umzumünzen, um uns das Mannschaftsremis zu sichern.
Die erste starke Nachricht kam von Brett 2: Nikolai erkämpfte sich ein wichtiges Remis. (3:4) Nun musste Wolfgang seinen Vorteil "nur" noch verwerten, was jedoch alles andere als leicht war. Nach langem Kampf kam dann endlich die erlösende Nachricht: Wolfgang hat gewonnen! Damit war das Unentschieden eingetütet. (4:4)
Auch wenn rückblickend vielleicht sogar noch ein bisschen mehr drin gewesen wäre, sind wir als Underdog mehr als glücklich, diesen wertvollen ersten Mannschaftspunkt aus Mering mit nach Hause zu nehmen.

